Normative Orientierungssuche muslimischer Geflüchteter in Ostdeutschland im Spannungsfeld von Religion, Recht und Alltag
Hauptsächlicher Artikelinhalt
Abstract
In einer von Pluralität, Mobilität und sich überlagernden normativen Ordnungen geprägten Gegenwart gewinnen Fragen normativer Orientierung zunehmend an Bedeutung. Der Beitrag untersucht auf der Basis ethnografischer Feldforschung in ostdeutschen Städten, wie muslimische Geflüchtete unter den Bedingungen von Flucht und Migration mit religiösen, gewohnheitsrechtlichen und nationalstaatlichen Ordnungen und Bezugssystemen umgehen. Im Zentrum steht die Frage, wie normative Handlungsmaßstäbe im Alltag wahrgenommen, verhandelt, (re-)interpretiert und situativ angepasst werden. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Geflüchtete nicht lediglich passive Rezipient:innen bestehender Normsysteme sind, sondern aktiv zwischen unterschiedlichen normativen Angeboten navigieren. Ziel des Beitrags ist es, normative Orientierung als relationalen und lebensweltlich eingebetteten Aushandlungsprozess zu erfassen. Anhand ethnografischer Vignetten richtet der Beitrag den Blick auf Konstellationen, in denen sich im praktischen Umgang mit normativen Ordnungen Verschiebungen, Bedeutungsnuancen und neue Formen ihrer Geltung herausbilden.
Artikel-Details

Dieses Werk steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 International.
Das Copyright verbleibt ohne Einschränkungen bei den Autor:innen.
Der Inhalt von LIMINA steht unter der Creative Commons Attribution 4.0 International Licence. Mit der Einreichung eines Beitrags stimmen die Autor:innen den Nutzungsbedingungen der CC BY-Lizenz zu.