Beyond Church, Society and Politics Theologisch / Theologie herausgefordert im Gespräch mit indigenen Weltanschauungen
Hauptsächlicher Artikelinhalt
Abstract
In meinem Beitrag bringe ich Levinas’ Erkenntnis des Untergangs der Menschlichkeit und den darin liegenden Appell zur Rückkehr zum Leib in ein Gespräch mit indigener Weltanschauung. Dabei ist es mein Anliegen, das Denken von Emmanuel Levinas, dessen Überzeugung von körperlicher Erfahrung im Arbeitslager geprägt ist, auf weiten Raum zu stellen, indem ich – von indigener Überzeugung herausgefordert – versuche, es jenseits des Anthropologischen weiterzudenken. Levinas’ Verlust seiner Familie in den menschengemachten Unmenschlichkeiten des Dritten Reichs lässt ihn Menschlichkeit andernorts, jenseits des Seienden, suchen. Dieses Narrativ, Streben nach Lebensraum an einem Ort außerhalb (Exteriorität), lässt sich im Gespräch, u. a. mit Lorena Cabnal, feministische indigene Aktivistin aus Guatemala, multirelational konkretisieren / weiten. Es zeigt sich das widerständige / befreiende Potential der Gemeinschaft, die anthropozentrische Grenzen sprengt, Leben zyklisch konstituiert und gestaltet. Leben wird primär körperlich und in-Beziehung wahrgenommen, in Beziehung immer wieder erlebt. Raum / Räumlichkeit in relationalen Dimensionen legt den fundamentalen Grundriss des Lebens. Theologisch produktiv erachte ich die Dimension des Körpers / der Körperlichkeit. Dabei vertiefe ich die relationale Beziehungshaftigkeit von Körper – Leben – Weltbezogenheit anhand des Konzepts des somatischen Wissens und spüre auf diese Weise einer performativen ästhetischen Theologie nach, die lernt / lernen muss, den Logozentrismus europäischen Denkens aufzubrechen, soma in seiner Bedeutung als Ort epistemologischer Produktion auszuloten.
Artikel-Details

Dieses Werk steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 International.
Das Copyright verbleibt ohne Einschränkungen bei den Autor:innen.
Der Inhalt von LIMINA steht unter der Creative Commons Attribution 4.0 International Licence. Mit der Einreichung eines Beitrags stimmen die Autor:innen den Nutzungsbedingungen der CC BY-Lizenz zu.