Durch Wertpluralität objektiv gültige Orientierung finden
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Abstract
Die zentrale These dieses Artikels lautet, dass die Wertpluralität in der modernen Gesellschaft, die die Relativität kulturell verinnerlichter Wertvorstellungen offenlegt, nicht zu moralischem Relativismus oder einem Orientierungsrelativismus führt. Relativismus wird hier als Ablehnung der Auffassung verstanden, dass normative Meinungsverschiedenheiten objektiv gelöst werden können, und ist somit das Gegenteil von moralischem Objektivismus. Zunächst wird die offensichtliche enge Beziehung zwischen Wert und Orientierung erörtert. Anschließend werden mehrere Gründe genannt, warum Pluralität Relativismus nicht impliziert. Dabei werden vier wichtige Unterscheidungen getroffen: Pluralität wird von Pluralismus unterschieden, Objektivismus von Monismus, Objektivität von Allgemeinheit und die Idee der epistemischen Objektivität normativer Behauptungen von der Idee der Unabhängigkeit von Werten von subjektiven Eigenschaften wie Präferenzen. Darüber hinaus wird gezeigt, dass Pluralität methodisch genutzt werden kann, um zu bestimmen, welche Dinge objektiv wertvoll sind. Die Desorientierung, die man angesichts einer Pluralität von Wertüberzeugungen erleben kann, kann daher als ein Mittel angesehen werden, um herauszufinden, woran man sich wirklich orientieren sollte. Ich schließe die Argumentation mit dem Hinweis, dass es für die normative Ethik praktisch notwendig ist, den Geist und seine Teilbereiche richtig zu verstehen. Normative Wahrheit erfordert eine plausible und wissenschaftlich fundierte Sichtweise auf den Geist.
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