Wenn spirituelle Roboter versagen KI-basierte Roboter, Spiritualität und moralische Verantwortung für negative Folgen

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Mario Kropf

Abstract

Der Einsatz von Robotern zu spirituellen Zwecken stellt ein neuartiges und bislang noch wenig erforschtes Feld innerhalb der Technikethik und der Debatten über moralische Verantwortung dar. Dieser Artikel untersucht, wie moralische Verantwortung zu bewerten ist, wenn KI-basierte Roboter zu spirituell bedeutsamen negativen Folgen beitragen. Es wird argumentiert, dass Spiritualität eine eigenständige normative Dimension für die Zuschreibung von Verantwortung einführt, die in Debatten über KI-Ethik bislang weitgehend vernachlässigt wurde. Die Analyse konzeptualisiert Spiritualität zunächst als eine individuelle Orien­tierung, die sich in der Suche nach Sinn, Transzendenz, persönlichem Wachstum oder der Verbindung zu anderen, zur Natur oder zum Heiligen ausdrückt. Anschließend werden aktuelle Formen spiritueller Roboter – darunter SanTO, BlessU2, NAO und Xian’er – sowie ihre Rolle bei der Auseinandersetzung mit spirituellen Anliegen untersucht. Schließlich werden drei illustrative Szenarien spirituell bedeutsamer negativer Folgen analysiert: ein Mangel an Orientierung (Schaden), zu viel Orientierung (Manipulation) und zu wenig Orientierung (Vertrauensverlust). Auf der Grundlage dieser Fälle stützt die Analyse eine differenzierte Darstellung, die eine rückwärtsgerichtete Verantwortung, bei der Bedingungen wie Kontrolle, Wissen und Intention erfüllt sind, mit einer vorwärtsgerichteten kollektiven Verantwortung für die Gestaltung und Regulierung spiritueller Roboter verbindet.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag
Kropf, M. (2026). Wenn spirituelle Roboter versagen: KI-basierte Roboter, Spiritualität und moralische Verantwortung für negative Folgen. LIMINA - Grazer Theologische Perspektiven, 9(1), 221–246. Abgerufen von https://www.limina-graz.eu/index.php/limina/article/view/299
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